06.06.2018

Krebssterblichkeit sinkt

Immer mehr Menschen überleben eine Krebserkrankung. Eine aktuelle Studie zeigt, dass das Risiko, an Krebs zu versterben, in der EU weiterhin sinkt. In Deutschland gilt das vor allem bei Darmkrebs.

In den vergangenen Jahren ist das Risiko, an einer Krebserkrankung zu sterben, deutlich gesunken. Laut einer aktuellen Studie setzt sich diese Entwicklung in 2018 fort: Im Vergleich zu 2012 sinkt die Krebssterblichkeit in der EU bei Männern um zehn Prozent, bei Frauen um fünf Prozent. Allerdings sterben Frauen inzwischen häufiger an Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs als noch im Jahr 2012. Bei Männern ist die Entwicklung dagegen bei allen untersuchten Krebsarten konstant oder positiv.
Die Autoren der Studie um Carlo La Vecchia von der Universität Mailand werten seit 2011 Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus und stellen Prognosen über die Krebssterblichkeit auf. Der Schwerpunkt liegt dabei jedes Jahr auf einer bestimmten Krebsart. 2018 steht Darmkrebs im Fokus.

Positive Entwicklung bei Darmkrebs

Hier zeigt sich die positive Entwicklung besonders deutlich. Das Risiko, an Darmkrebs zu versterben, sinkt kontinuierlich – bei Männern seit 1993, bei Frauen bereits seit 1970. Die Sterblichkeit fiel seit 2012 um etwa sieben Prozent. Wie die aktuelle Studie belegt, schneidet Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Staaten dabei besonders gut ab. Als Gründe für diese positive Entwicklung nennt das Forscherteam um La Vecchia verschiedene Faktoren. Zum einen spielen Veränderungen im Lebensstil eine wichtige Rolle: Rauchen, Alkoholkonsum, Übergewicht, ungesunde Ernährung und wenig Bewegung gelten als vermeidbare Risikofaktoren für die Entstehung von Darmkrebs. Aber auch eine bessere Früherkennung und die Weiterentwicklung der Therapien haben die Prognose bei Darmkrebs deutlich verbessert.

Quelle: Malvezzi, M. et al.: European cancer mortality predictions for the year 2018 with focus on colorectal cancer. Annals of Oncology 29 (2018)