20.03.2018

Die Tumorlokalisation als Therapiestütze

Was versteht man eigentlich unter dem Begriff „Tumorlokalisation“? Diese Frage stellen sich viele Darmkrebspatienten nach der Diagnose. Die Tumorlokalisation ist die genaue Stelle im Organ, an der sich der Tumor befindet. Gerade beim Darmkrebs ist diese von großer Bedeutung: Sie entscheidet, welche Therapie geeignet ist.

Die Tumorlokalisation, also die genaue Lage des Tumors im Darm, wird bei Darmkrebspatienten mit Hilfe unterschiedlicher Methoden genau festgestellt. Doch warum ist die Lage des Tumors bei Darmkrebs so entscheidend?

Der Darm ist ein sehr großes Organ, das sich in den Dünn- und den Dickdarm unterteilt. Meist ist der Dickdarm vom Tumor betroffen. Er teilt sich in folgende Abschnitte auf:

  • Die rechte Darmseite / aufsteigender Darm
  • Der mittlere, querverlaufende Teil des Darms / Querdarm
  • Die linke Darmseite / absteigender Darm
  • Der Enddarm mit Mastdarm und Analkanal

Vor einer Operation muss der Chirurg genau wissen, welcher Teil des Darms entfernt werden muss, um den Tumor sicher zu entfernen. Befindet sich der Tumor im Bereich des Enddarms, wird oft eine Bestrahlung in die Auswahl der Therapieoptionen einbezogen.

Die Darmteile unterschieden sich aber nicht nur anhand ihrer Lage. Während der embryonalen Entwicklung des Menschen entwickelt sich der rechte Teil des Darms aus dem Mitteldarm, der linke Teil des Darms aus dem Enddarm. Deshalb unterscheidet sich das Darmgewebe der beiden Seiten und auch deren Gene. Außerdem haben die beiden nicht dieselbe Blut- und Nervenversorgung und auch die natürlich vorkommenden Darmbakterien sind verschieden. Diese biologischen Unterschiede wirken sich auch auf die Prognose aus.

Die Unterschiede beider Darmseiten scheinen darüber hinaus auch eine Rolle zu spielen bei der Wahl der zielgerichteten Therapie, da es Hinweise gibt für ein unterschiedliches Ansprechen des Tumors je nach Lokalisation.