30.05.2018

„Das Liebesleben könnte besser sein“

Eine Erkrankung wie Darmkrebs hat einen starken Einfluss auf die Lebensqualität. Auch nach überstandener Therapie muss die Rückkehr zum Alltag und auch zu einer „normalen“ Sexualität mit dem Partner oft erst zurückerlangt werden. Eine Studie aus Großbritannien hat nun untersucht, ob und inwiefern sich das Liebesleben nach Darmkrebs verändert.

Nach einer Krebserkrankung geht es für viele Betroffene darum, ihren Alltag wieder zu meistern und die Lebensqualität zu erhalten – trotz der möglichen Nachwirkungen von Erkrankung und Therapien. Wissenschaftler aus Großbritannien haben jetzt untersucht, wie es sich mit dem Thema Sexualität nach einer Krebserkrankung bei Über-50-Jährigen verhält. Dabei zeigten sich zwischen Krebspatienten und Menschen, die nicht an Krebs erkrankt sind, keine Unterschiede in Bezug darauf, ob und wie oft sie Sex hatten oder in welcher Weise sie ihn ausübten. Allerdings waren Krebspatienten häufiger unzufrieden mit ihrem Sexualleben. Vor allem an Krebs erkrankte Frauen grämten sich über fehlende Lust auf Sex. Zudem berichteten Frauen, bei denen die Diagnose weniger als fünf Jahre zurücklag, häufiger über Schwierigkeiten, erregt zu werden und einen Orgasmus zu bekommen. Bei Männern gab es in diesen Punkten keine Unterschiede.

Tipp: Offene Gespräche mit den behandelnden Ärzten und dem Lebenspartner sowie die Suche nach unterstützenden Maßnahmen können bei sexuellen Problemen helfen.

 

Quelle: Jackson, S. E. et al.: Sexuality After a Cancer Diagnosis: A Population-Based Study. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 16. August 2016, DOI: 10.1002/cncr.30263